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Rundblättriges Wintergrün, Pirolaceae.

Name:

Pírola rotundifólia (L.) Fernald (= Thelaia rotundifolia Alef.). Rundblätteriges Wintergrün. Französisch: Pyrole á feuilles rondes, verdure d’hiver; englisch: Round-leaved wintergreen; dänisch: Aobenblomstret Vintergrön; norwegisch: Aopenblomstret Vintergrönn, Perleblom; polnisch: Gruszyczka; russisch: Gruszanka; schwedisch: Vintergröna; tschechisch: Hruštička okrouhlolistá; ungarisch: Körtike.

Verbreitungsgebiet

Weiteres Vorkommen; Arktisches Nordamerika, nördlichstes Kanada.

Namensursprung:

Der Gattungsname Pirola, der zuerst bei de l’Ecluse auftritt, ist die Verkleinerungsform von pirus = Birnbaum auf Grund der Ähnlichkeit der Laubblätter; rotundifolia = rundblätterig.

Volkstümliche Bezeichnungen:

Nach der Blütezeit heißt die Pflanze ebenso wie verwandte Arten kleine Maiblume (Anhalt), Maiglöckchen (ostfriesische Inseln), Wildes Majerisli (Thurgau). Immergrea (Schwäbische Alb) geht auf die immergrünen Blätter.

Botanisches:

Das Rundblättrige Wintergrün ist ein ausdauerndes Pflänzchen mit einem fadenförmigen, verzweigten, kriechenden Rhizom. Die eiförmigen, rundlichen Blätter sind gestielt und bleiben zwei bis vier Jahre am Leben. Der stumpfkantige Stengel, der erst im dritten Jahre oder später entsteht und 15-30 cm hoch wird, trägt die wohlriechenden Blüten in allseitswendiger Traube. Sie bestehen aus einem fünfzähligen Kelch mit lanzettlichen, zugespitzten, abstehenden und an der Spitze zurückgebogenen Zipfeln, die halb so lang sind wie die Kronenblätter. Die Krone ist offen glockenförmig und besteht aus fünf weißen, manchmal etwas rötlich gefärbten Kronenblättern. Die zehn Staubgefäße sind aufwärts gekrümmt. Der oberständige Fruchtknoten hat einen Griffel, der länger ist als die Krone. Die Frucht ist eine fünffächerige, fünfklappige Kapsel. Die Pflanze bewohnt schattige Wälder, Moor- und Dünengebüsche und tritt gewöhnlich gesellig auf. Blütezeit: Juni bis Juli.

Geschichtliches und Allgemeines:

Wir finden die Pflanze unter dem Namen Limonium silvestre (Bock), Pyrola vulgator (Clusius), Pyrola, Breiter Wald-Mangold (Hortus Eystettensis) u. a. in den meisten mittelalterlichen Kräuterbüchern. Verwendet wurden die Blätter, Herba Pirolae rotundifoliae, gegen Blutfluß, Rote Ruhr, schwärige Nieren, Wund- und Kopfkrankheiten. Der in der Heilkunde gebrauchte Wintergrünwein wurde durch Übergießen der gehackten Blätter mit Wein hergestellt.

Wirkung

Die Wirkung von Pirola rotundifolia ähnelt derjenigen von Chimaphila (Pirola) umbellata (Doldenblütiges Wintergrün), vgl. dort.

An Wirkstoffen wurden bisher der Bitterstoff Chimaphilin und wenig Arbutin (1% des frischen Materials) nachgewiesen, ferner Emulsin und Invertin.

Anwendung:

Die Indikationen der Pirola rotundifolia ähneln denen der Chimaphila umbellata und Uva ursi. Demnach wird Pirola rotundifolia vorwiegend als Diuretikum, bei chronischer Cystitis mit schleimigem Sediment, Dysurie, Prostataleiden, Hydrops, chronischen Nephropathien und gegen Diabetes verordnet.

Die zerquetschten Blätter gelten als gutes Wundmittel.

Angewandter Pflanzenteil:

Wie bei Chimaphila umbellata werden auch bei Pirola rotundifolia die Blätter verwendet. Diese nennt auch das HAB. (§ 3). Auch das „Teep“ wird aus den frischen Blättern gewonnen.

Dosierung:

Übliche Dosis:

2 Tabletten der Frischpflanzenverreibung „Teep“ dreimal täglich.

(Die „Teep“-Zubereitung ist auf 50% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,125 g Fol. Pirolae rotundifoliae.)

In der Homöopathie:

Ø bis dil. D 1.

Maximaldosis:

Nicht festgesetzt.

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Inhaltsverzeichnis: Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Gerhard Madaus (+ 1942), Ausgabe Leipzig 1938
Auf Bilder / Photos des Lehrbuches wurde wegen mangelnder Aktualität / Qualität verzichtet. Ebenso ist die Einführung in dieser Online-Version nicht vorhanden. Sie können hier ausschließlich auf die Besprechung der einzelnen Pflanzen zurückgreifen. Die Rezepturen werden in das Kompendium im Laufe der Zeit eingearbeitet. Vorhandene Fotos: Rechte beim Verlag erfragbar.

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